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AfD – Alternative für Deutschlands Illusionisten

Es gibt wohl keinen Menschen in Deutschland, der nicht sieht, dass die Europäische Union und vor allem der Euro-Raum in einer großen und vielschichtigen Krise stecken.

Selbst wenn sich die Probleme der Staatsschulden in Luft auflösen sollten, was nun wirklich nicht absehbar ist, so müssten sich die Macher in Europa fragen: Was ist schief gelaufen in den letzten Jahren? Welche Fehler sind unter anderem bei der Einführung des Euro gemacht worden? Und: Wie beheben wir diese Fehler und was lernen wir daraus?

Manche besonders schlaue Bürger in Deutschland scheinen bereits ihre Antworten gefunden zu haben. Sie haben simple „Alternativen“ entwickelt – eine Alternative für Deutschland.

AfD - Hintergrundfakten

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) wurde am 6. Februar 2013 gegründet.

Derzeitige Sprecher im Bundesvorstand:

–          Konrad Adam (71 Jahre, Beruf: Journalist/Publizist)

–          Bernd Lucke (50, Professor für Ökonomie)

–          Dagmar Metzger (54, Politikerin)

Der wichtigste programmatische Standpunkt der Partei AfD betrifft den Euro. Sie stellt sich strikt gegen die Gemeinschaftswährung und die damit verbundenen Rettungsmaßnahmen („Euro-Rettungsschirm).

Zu den Forderungen von AfD gehören unter anderem:

  1. „(…) eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. (…)“
  2. „(…) die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. (…)“
  3. „(…) eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. (…)“
  4. „(…) dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert. (…)“
  5. „(…)dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. (…)“

Die Alternative für Deutschland wird aller Voraussicht nach bei den Bundestagswahlen 2013 und zuvor bei den Landtagswahlen in Bayern antreten.

Links:

https://www.alternativefuer.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Alternative_f%C3%BCr_Deutschland

Die wichtigste Forderung der neuen Partei „AfD“ ist die „geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes“. Damit sollen viele Probleme gleichzeitig gelöst werden. Unter anderem:

–          Die überteuerte und „sinnlose“ Rettung mancher Schuldenstaaten wird gestoppt

–          Die reichen Staaten der EU sind nicht länger an die armen Staaten gekoppelt

–          Die sozialen Spannungen in Europa nehmen ab

Klingt in der Theorie doch gar nicht so schlecht. Unabhängig von den politischen Konsequenzen wäre ein Euro-Austritt jedoch auch aus ökonomischer Sicht gerade für Deutschland völliger Unsinn.

Da hilft es auch nicht, dass viele Parteimitglieder promovierte Wirtschaftswissenschaftler sind – wohlgemerkt nicht selten bereits im Ruhestand.

Ein „geordneter“ Austritt aus dem Euro-Raum ist nicht möglich. Deutschland müsste – wenn die Europäischen Verträge bis dahin geändert worden wären – sämtliche Bürgschaften, die in den vergangenen Jahren hinterlegt worden sind, bezahlen. Da gehen die Milliarden dahin.

Und war es nicht Deutschland, das als Exportnation besonders von der Gemeinschaftswährung profitiert? Alles Quatsch, sagen die schlauen AfD-Männer im Ruhestand. Ihre simple Botschaft: Deutschland braucht den Euro nicht. Aha.

Schon mehr als unüberlegt wird es dann, wenn es um die politischen Konsequenzen des Euro-Endes geht. Die Alternative für Deutschland ist der Meinung, dass der Euro der politischen Stabilität in Europa schaden würde.

Sicher ist die Lage in der EU momentan angespannt, die Bevölkerung sieht sich teilweise harten Einschnitten gegenüber und sucht die Schuld dafür auch oft in Brüssel oder direkt in Berlin. Doch welche Konsequenzen hätte denn der Zusammenbruch des Euro? Es wäre ein Rückschritt für den Integrationsprozess und ein Schritt hin zu mehr Nationalismus.

Das würde die europäische Identität mit Sicherheit nicht fördern – im Gegenteil: Eine Gefahr des stärkeren Auseinanderdriftens wäre vorhanden. Die spezielle Ironie an der Geschichte:

Die AfD und einige ihrer Sprecher wie zum Beispiel Professor Bernd Lucke versuchen indes die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass ihnen ja besonders das Wohl der Südeuropäer und das Wohl des gemeinschaftlichen Europas am Herzen liegen.

Das sollten sie mal ihrer mehrheitlich alternden und anti-solidarischen Wählerschaft erklären, die sieht das mit Sicherheit nicht so. Polemik und Angstschüren sind die eigentlichen aber versteckten Mittel von AfD.

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