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Alternativlose Berichterstattung

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Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut unserer Gesellschaft und nicht in allen Teilen der Welt selbstverständlich. 

Die Medienlandschaft in Europa und besonders in Deutschland schmückt sich immer wieder gerne mit den hübschen Federn der Meinungs- und Pressefreiheit.

Und dies auf den ersten Blick nicht zu unrecht. Denn hierzulande darf man (fast) alles sagen und schreiben, ohne dafür strafrechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Journalisten, die gegen eine sogenannte politische Verfolgung zu kämpfen haben, existieren in Deutschland praktisch nicht.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Medien auch in Deutschland viel Macht besitzen. Sie prägen die öffentliche Meinung – viel stärker als die Entscheidungsträger in Politik oder Wirtschaft.

Oft wird von Seiten der Medien ein einseitiges Bild gezeichnet, besonders wenn es um Probleme außerhalb unseres eigenen Kulturkreises Westeuropa geht.

Das ist angesichts der hier vorherrschenden Gesellschaftsordnung inklusive „Freiheit und Gleichheit“ kein Wunder und auch menschlich.

Problematisch wird die gewollte oder ungewollte „Meinungsmache“ der Medien dann, wenn andere Stellungnahmen im Grunde doch nicht akzeptiert werden.

Das aktuelle Beispiel des Bürgerkrieges in Syrien verdeutlicht die Ungereimtheiten in unserer Medienlandschaft.

Ein möglicher Sturz des Assad-Regimes wäre aus Sicht der Westeuropäer grundsätzlich zu begrüßen. In diesem Punkt sind sich hier eigentlich alle einig.

Bereits nach den ersten Demonstrationen und gewalttätigen Auseinandersetzungen hat sich die gesamte Medienlandschaft auf die Seite der „Rebellen“ geschlagen – ganz im Sinne von Demokratie, Menschenrechten und Freiheit.

Wer diese Freiheitskämpfer oder Rebellen im Einzelnen sind, was ihre kurz- und langfristigen Ziele sind oder wie der Großteil der syrischen Bevölkerung über die Entwicklung denkt, spielte zunächst keine Rolle.

Erst nach und nach veränderte sich das Bild über die Rebellen in der (deutschen) Öffentlichkeit. Berichte über Gräueltaten, Entführungen, islamistische Gruppierungen innerhalb der Rebellen sowie das anhaltende Leid der syrischen Zivilbevölkerung ließen leise Zweifel aufkommen.

Eine Bewertung der dramatischen Situation in Syrien kann und soll hier nicht vorgenommen werden. Durch die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate zeigt sich allerdings:

Unsere Medienlandschaft ist sehr schnell dazu bereit, Urteile über „Gut“ und „Böse“ zu fällen. Dabei werden langfristige Aspekte oft außer Acht gelassen und für die schnelle Sensationsmeldung wird vieles in Kauf genommen.

Es würde vielen Medienvertretern – besonders den vermeintlich Seriösen – guttun, besonnener auf solche Entwicklungen zu reagieren und sich mehr auf Fakten zu konzentrieren.

Gerade bei internationalen Konflikten im Namen der demokratischen Idee lässt die hiesige Medienlandschaft (und damit im weitesten Sinne auch Gesellschaft) eigentlich keine andere Meinung als die „politisch korrekte“ zu.

Im Sinne der Pressefreiheit ist das mit Sicherheit nicht. Und man sollte sich hüten, bei Andersdenkenden immer wieder von Propaganda zu sprechen, ohne die Bedeutung des Wortes genau zu verstehen.

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