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Strom-Ökologie: EU will flächendeckende Strom-Tankstellen

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Stell dir mal vor: An der Autobahn stehen und nichts hören außer einem Surren.

Das kennt man eigentlich nur aus Science-Fiction Filmen.

Die EU will das jetzt bis 2020 in die Wirklichkeit umsetzen. Ausbaden darf den Brüsseler Schnellschuss wieder der kleine Mann auf der Straße.

Die Europäische Union plant ein flächendeckendes Strom-Netz für Autos.

Und damit die Revolution für alle. Alte Autos raus, neue rein. Und das alles dank einem Tanknetz. So einfach ist die Logik aus Brüssel.

Denn:  Weil wir überall Benzin tanken können, kommen wir nicht auf die Idee Elektroautos oder Erdgas-Autos zu fahren.

Elektroautos - Hintergrundfakten

Die Historie von Elektroautos zeigt, dass dieser Fahrzeugantrieb keine moderne Erfindung ist. Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden verschiedene Elektroautos entwickelt und produziert. Das erste Auto wurde 1888 gebaut, andere Elektrofahrzeuge gab es in etwa seit 1881.

Den vorläufigen Höhepunkt erreichte das Elektroauto um die Jahrhundertwende zwischen 1890 und 1910. In dieser Zeit wurden in Europa und in den USA etliche Modelle entwickelt und regelmäßig neue Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. In den folgenden Jahrzehnten verdrängte der Verbrennungsmotor die Elektroautos fast vollständig.

Nach mehreren Ölkrisen und einem veränderten Umweltbewusstsein konzentrierten sich die Automobilhersteller seit den 1990er Jahren wieder verstärkt auf elektronische Lösungen für den Automobilantrieb. Als eine Art „Zwischenlösung“ wird seit einigen Jahren die Entwicklung von Hybridfahrzeugen – eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor – vorangetrieben.

Aus ökologischer und ökonomischer Sicht rechnen viele Experten aus der Automobilbranche mit einem Boom der Elektroautos in den kommenden 10-20 Jahren. Momentan verhindern vor allem die noch ausbaufähige Wirtschaftlichkeit (z.B. Haltbarkeit der Akkusysteme), die fehlende Infrastruktur sowie mangelnder politischer Wille eine raschere Entwicklung.

Und weil wir das nicht wollen, baut die Dinger auch niemand. Um diesem Problem also Herr zu werden gibt es nur eine Lösung:

Die Stromzapfsäule muss her! Flächendeckend in Europa.

Vielleicht kann man auch Laternen umfunktionieren, um „zu tanken“. Muss sich zeigen.

Die großen Stromkonzerne entwickeln angeblich schon an eigenen Zapfsäulen rum.

Ist ja auch logisch: Wie macht man ein Monopol noch lukrativer? Man schafft ein anderes ab.

Wenn die EU also Tankstellen und Benzin wie auch Öl auf die Liste der bedrohten Arten setzt, muss sich keiner mehr um die Benzin-Preise sorgen machen.

Der Verbraucher wird also praktisch entlastet – wenn man nicht den Strom bei einem anderen Monopolist tanken müsste. Nämlich dem Strom-Lieferanten.

Und wenn der keine Konkurrenz mehr durch Öl und Benzin hat, kann er die Lücke auch schließen – die Menschen sind ja mittlerweile hohe Benzinpreise gewohnt. Machen wir also Strompreise je Kilowatt für 1,39 Euro.

Ach ja: Netzausbau und neue Strom-Generatoren müssen auch bezahlt werden. Macht nix, regelt man über die Haushaltsabgabe beim Strom. Oder holt sich in Brüssel Subventionen.

Wer zahlt die? Genau. Auch wieder der Steuerzahler. Nettes Spiel.

Nun muss man natürlich auch zu guter der EU sagen: Ja, wir brauchen endlich alternative Formen des Antriebs. Benzin wird immer teurer und es schadet der Umwelt.

Aber die Idee das Pferd von hinten aufzuziehen ist sinnlos. Bloß weil da Zapfsäulen stehen heißt das noch lange nicht, dass Menschen sich Elektroautos kaufen wollen.

Abgesehen davon sind aktuelle Entwicklungen der Auto-Hersteller noch immer nicht da, wo man gerne das Elektroauto von morgen hätte:

Nämlich quasi auf dem Niveau eines Benzin- oder Diesel-Autos. Ob die Entwicklung schneller wird, bloß weil man das Netz in der EU ausbaut ist also fraglich.

Vor allem weil sich der Absatzmarkt der Hersteller in die Schwellenländer verschiebt. Und die sind nun meist weit davon entfernt irgendwelche CO2-Grenzen einzuhalten.

Indien kämpft zum Beispiel auch immer noch mit dem flächendeckenden Ausbau von Straßennetzen. Da denkt bestimmt niemand an flächendeckende Elektro-Netze.

Klingt alles ein bisschen nach E10: Gut gemeint aber schlecht gemacht. So kann das definitiv nichts werden.

Dennoch will die EU Fakten schafften: 150.000 (!) Ladestationen in Deutschland, aktuell haben wir 2.000. Und 97.000 in Frankreich, 125.000 bei den Italienern. Die fahren dann alle Strom-Vespas?

Auch der Zeitplan ist mehr als ambitioniert: 2020. Wenn da aber ein Netz steht, muss es auch jemand nutzen… also muss man doch die Verbraucher zum Umsteigen zwingen. Oder wie?

Am besten macht man das mit einer Plakette – wer in 3 Jahren noch kein Elektroauto hat, darf nirgends mehr rein.

Wie beim Feinstaub. Auch das, ein Schnellschuss. Wer kontrolliert das? Wie funktioniert das? Man weiß es nicht wirklich. Falsche Plaketten kriegt man schon fast nachgeworfen, wenn man den richtigen Automechaniker kennt.

Aber, Brüssel, mach du mal. Immerhin eine Sache hast du schon auf den Weg gebracht: Man braucht zum Tanken keine großen Euro-Adapter. Denn es soll einen Standard geben beim Stecker geben.

Wie gut, dass unser überreguliertes Europa zumindest das hinbekommen hat.

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